
„SONDERVERMÖGEN“
(Satireartikel, der nie und nirgends veröffentlicht wurde.)
Das Unwort des Jahres 2025 – oder: Wie die BRD-Staatssimulation Geld aus dem Nichts zaubert, ohne jemandem etwas zu sagen und ohne die Zustimmung der deutschen Schuldner einzuholen.
Von unserem Finanzmagier im Dienst
BERLIN – In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat die Bundesregierung beschlossen, dass ab sofort alles, was man nicht erklären kann, „Sondervermögen“ heißt. Damit folgt sie einer langen Tradition deutscher Politik: Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, gib ihm einen Namen, den niemand versteht.
„Sondervermögen“ klingt harmlos, fast schon zärtlich – wie ein Sparbuch für Omas Enkel oder ein geheimes Konto für Urlaubsgeld. Doch hinter dem Begriff verbirgt sich eine politische Meisterleistung: Geld ausgeben, ohne Schulden zu machen – zumindest auf dem Papier.
Die Idee ist so genial wie simpel: Man gründet eine juristische Fiktion – ein „Sondervermögen“ – und lässt dieses nicht zum Staatshaushalt gehören. So umgeht man elegant die Schuldenbremse, jenes heilige Gebot der deutschen Fiskalpolitik, das besagt: „Du sollst keine neuen Schulden machen – es sei denn, du nennst sie anders.“
Wie funktioniert das Zaubertrick?
- Die amtierende BRD-Regierung will 500 Milliarden Euro für „Verteidigung“ (=Krieg), Klimaschutz (CO2 als neue Einnahmequelle) und marode Brücken (zirka 800 in der BRD) ausgeben.
- Aber die „Schuldenbremse“ erlaubt das nicht.
- Also ruft Finanzminister Christian Lindner: „Abrakadabra – Sondervermögen!“
- Plötzlich ist das Geld nicht mehr Schulden, sondern… nun ja…Sondervermögen (Ein Vermögen, das niemand hat.).
- Die EU guckt irritiert, die Opposition schreit „Verfassungsbruch!“, doch die Koalition lächelt wissend: „Lesen Sie mal Paragraph 114a, Absatz 7b, Satz 3 – da steht’s!“
Bürgerreaktionen gemischt
In Berlin-Kreuzberg wurde gestern Abend ein spontanes Trauermarsch für die „verlorene Demokratie“ angemeldet – allerdings erst für 2028, da alle Termine bis dahin belegt seien. In Bayern hingegen freut man sich: „Endlich wieder was Solides! Früher hatt’ ma Grundvermögen, jetzt ham’ ma Sondervermögen – is’ doch fei logisch!“
Ein Rentner aus Duisburg fragte unsere Redaktion: „Is’ das wie bei Aldi – Sonderangebot, aber teurer?“ Leider konnten wir ihm nicht widersprechen.
Experten ratlos, aber gut bezahlt
Wirtschaftsprofessor Dr. Klaus-Dieter Schuldenfrei von der Elite-Universität Potsdam lobt den Schachzug: „Das Sondervermögen ist der logische nächste Schritt nach der ‚schwarzen Null‘. Früher haben wir nichts ausgegeben, wenn wir nichts hatten, heute geben wir alles aus, was wir auch morgen nicht haben werden, – aber nennen es nicht Ausgaben. Das ist echte deutsche Innovationskraft!“
Kritiker sprechen bereits von der „Sonderlüge“ oder gar dem „Sonderbetrug“. Doch solche Stimmen werden rasch mit einem freundlichen Hinweis auf die Presseordnung des Bundespresseamts zum Schweigen gebracht: „Ihre Anfrage wird in einem separaten Sondervermögen für unbequeme Fragen gesammelt und zu gegebener Zeit… archiviert.“
Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Insider munkeln bereits von weiteren magischen Begriffen:
- „Notfallnormalvermögen“ (für die nächste Krise)
- „Klimawunderkasse“ (für CO₂-Ziele, die nie erreicht werden, auch nicht sollen)
- „Digitalisierungsphantasie-Fonds“ (für flächendeckendes WLAN im Wald)
Eines ist sicher: Solange es Wörter gibt, die keiner versteht, wird die Bundesrepublik nicht pleitegehen – sondern nur unverständlicher.
Nachtrag der Redaktion:
Dieser Artikel wurde aus dem Sondervermögen für satirische Presse finanziert.
Kein Steuerzahler wurde bei der Produktion verletzt – nur verwirrt.
Titelbild: Pixabay german-3504961